Kommentar:
Stadiondebatte: Spandau lockt   (03.07.05)

Bald die neue Heimat von TeBe?
Bald die neue Heimat von TeBe? Das Helmut-Schleusener-Stadion am Askanierring in Spandau ist im Gespräch.
Eingangsbereich (I)
Der gepflegte Eingangsbereich in Holzbauweise mit diversen Fahrradständern belegt: Hier passiert normalerweise nicht viel.
Der Eingangsbereich (II)
Hier sieht man's schon: Im Schleusener-Stadion wird nicht nur Fußball gespielt, sondern auch American Football.
Die Umkleidekabinen (I)
In dieser Holzbaracke befinden sich die Umkleidekabinen und Platz für eine Gastronomie (Rückansicht).
Die Umkleidekabinen (II)
Noch ein Blick auf das, was man heute 'Sozialtrakt' nennt. Für die Bemalung sorgten dagegen eher Asoziale.
Tribüne rechts
Ein Blick auf die Tribüne mit den Sitzschalen, deren Farbgebung man vielleicht doch ändern sollte.
Tribüne links
Die Stehtribüne ist ein bißchen verwuchert, was sich nach ppv-Meinung ruhig bald ändern darf.
Blick aus der hinteren Kurve
Ein Blick aus der dem Eingang gegenüberliegenden Kurve. Und? Wär das nicht kuschlig hier?
kapaCam
Der Fotograf spielgelt sich im Fenster. Typischer Fall von Amateur! Außerdem war das Stadion heute komplett geschlossen...
Die Sommerpause ist bei TeBe alljährlich die Zeit der Stadiondebatten. Früher ging es hauptsächlich darum, neue Zuschauerpotentiale zu erschließen, beispielsweise durch einen Umzug in den Jahn-Sportpark. Heute wird aus ganz anderen Gründen über einen neuen Standort nachgedacht: Das Sportamt Charlottenburg-Wilmersdorf erwies sich in den letzten Jahren als außerordentlich unflexibel. Zuletzt scheiterte TeBe-Vorstand Peter Antony beim Versuch, dem DFB-Pokalfinalisten Schalke 04 das Mommsenstadion als Trainingsmöglichkeit zur Verfügung zu stellen, an den Hürden der Bürokratie. Und für die aktuelle Saisonvorbereitung der Oberliga-Mannschaft steht angeblich im ganzen Bezirk kein einziger Rasenplatz zur Verfügung. Ergebnis: TeBe trainiert vorerst im Stadion Hakenfelde, weil man in Spandau einen Kompromiß zwischen Sport und (notwendiger) Rasenschonung ermöglichte.
Neben dem 'Klassiker' Poststadion ist man nach Angaben der 'Bild'-Zeitung auch an einem Wechsel ins Helmut-Schleusener-Stadion (Spandau) interessiert. ppv findet diese Idee ziemlich reizvoll. Ein paar Fakten:
Das nach einem früheren Spandauer Sportstadtrat benannte Stadion befindet sich an der Ecke Falkenseer Chaussee 280 / Askanierring. Die Anbindung an den ÖPNV ist gut: Ab U-Bhf. Rathaus Spandau sind es vier Stationen mit dem Bus (M37) oder etwa sieben Minuten Fußweg.
Die Liste der Nutzer ist lang: 1.FFV Spandau (Fußball/Frauen), FC Spandau 06 (Fußball; Ausweichplatz), Spandau Bulldogs (American Football), TSV Spandau 1860 und TSV Staaken 1906 (Leichtathletik). Nebenbei finden hier Schul- und Breitensportveranstaltungen statt oder so exotische Dinge wie die Highland Games European Challenge (2003). Dennoch befindet sich der 107 Meter lange und 72 Meter breite Rasenplatz in gutem Zustand, und wenn man zufällig mal an diesem Stadion vorbeifährt, wirkt es meistens wie ausgestorben.
Dabei dürfte es nicht schwer fallen, hier ein bißchen Leben reinzubringen. Nachdem die vom Eingang aus rechte Tribünenseite komplett mit Sitzschalen ausgestattet wurde, ist das Fassungsvermögen von 14.000 auf 6.000 Zuschauer gesunken. Da rückt man automatisch etwas näher zusammen als im Mommse.
Im Jahr 1996 hätte hier beinahe der Spandauer SV seine Zelte aufgeschlagen, nachdem der Umzug in die Alexander Barracks zu scheitern drohte. Damals stellte Spandaus Sportstadtrat Hanke allerdings klar, daß das Stadion zuerst den Leichtathleten und dem Schulsport diene: 'Der Bezirk muß den ersten Zugriff haben.' Inzwischen hat hier ein Umdenken stattgefunden. U.a. aus wirtschaftlichen Gründen sucht man einen neuen Hauptnutzer. Und man wäre dann auch zu Zugeständnissen bereit.
Nun gibt es wahrscheinlich bei jedem Stadion der Welt gleichermaßen Gegner und Befürworter. Im Forum des LilaKanal meint zum Beispiel felix, daß viele TeBe-Fans nicht mit nach Spandau umziehen würden. Das Spandauer Urgestein smuf findet das Schleusener-Stadion zudem 'windig und stimmungsarm'.
Zumindest dem Entfernungsargument muß ppv vorbehaltlos zustimmen. Ein Vergleich auf bvg.de ergab: Hätte TeBe am kommenden Sonntag um 14 Uhr ein Heimspiel und wäre man gerne eine halbe Stunde vor dem Anpfiff im Stadion, würde man mit dem ÖPNV vom Alexanderplatz zum Mommsenstadion 22 Minuten benötigen. Zum Helmut-Schleusener-Stadion wären es dagegen 30 Minuten, also satte acht Minuten mehr. Klar: Das macht kaum ein TeBe-Fan mit, zumal man in letzterer Variante noch auf den gesunden Waldspaziergang verzichten muß und direkt am Stadioneingang aussteigt! Achtung Ironie...
www.stadionbesuch.de schreibt über das Schleusener-Stadion: 'Wer sich dieses wirklich sehenswerte Kleinod Berliner Stadien ansehen möchte, kommt nicht umhin, sich eine unterklassige Damenmannschaft anzusehen. Der Besucher findet dann rundherum zehn Stufen vor sowie einen niedlichen Eingang. Und eine Gerade ist komplett mit Sitzplätzen ausgestattet.'

ppv meint: Das Schleusener-Stadion wäre nach einigen Umbaumaßnahmen für TeBe unbedingt geeignet. Um ehrlich zu sein: Wir müßten unsere Ansprüche senken. Derzeit gibt es keine Sicherheitszäune, keine Flutlichtanlage, keine Anzeigetafel und keine Überdachung. Das Problem mit der Laufbahn um das Spielfeld bleibt bestehen, aber das wäre bei den Alternativen auch nicht anders. Es mangelt noch an einigem, aber wenn der Bezirk Spandau will, kann TeBe hier auf Dauer ein kleines Schmuckkästchen bekommen, das von der Kapazität her selbst in der Regionalliga locker reichen würde. Über den Jahn-Sportpark und das Poststadion können wir ja nach dem Aufstieg in die 2. Liga wieder sprechen.

Letzte Änderung: 03.07.2005
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